Überraschungen in den Frauen-Bundesligen

Geschrieben von  //  9. Dezember 2013  //  Frauen  //  Kommentare deaktiviert für Überraschungen in den Frauen-Bundesligen

Bundesliga Nord: TV Jahn verliert Spiel und Tabellenführung

Der VfL Kellinghusen konnte auch beim vierten Spieltag der Bundesligasaison an die guten Leistungen der vergangenen Spiele anknüpfen. Zwar hatte man gegen die SG Stern Kaulsdorf zwischenzeitlich einige Schwierigkeiten und musste teilweise Rückstände von fünf Bällen hinterherlaufen. Doch besonders in den Endphasen der Sätze schlichen sich auf Seiten der Kaulsdorferinnen eine Reihe von Eigenfehlern ein, die Kellinghusen doch den Satzgewinn bescherten. Einzig im dritten Satz der Partie konnte Kaulsdorf seine Führung ausbauen und mit 11:9 den Durchgang entscheiden. In der Schlussphase des vierten Satzes zeigte Kellinghusen hingegen die stärkeren Nerven und siegte nach einem 12:10 mit 3:1 nach Sätzen.

Einen rabenschwarzen Tag erwischte der Ahlhorner SV und musste vier wichtige Punkte lassen. Fehlerhaft startete man in die Partie gegen die abstiegsgefährdeten Kaulsdorferinnen. Kaulsdorf Angreiferin Aniko Müller agierte nahezu fehlerfrei und setzte die Ahlhorner kontinuierlich unter Druck. Nach einem klaren zweiten Satz für die Ahlhornerinnen, gelang es in den folgenden Sätzen keiner Mannschaft, sich vom Gegner abzusetzen. Ahlhorn ging mit 2:1 in die Satzführung, musste jedoch die folgenden Durchgänge verloren geben. Obwohl man im fünften Satz mit 6:4 die Seiten wechselte, überließ man dem Gegner das Zepter. In der Verlängerung war es wiederum Aniko Müller, die den entscheidenden Punkt zum zweiten Saisonerfolg (3:2) für die Kaulsdorferinnen erzielte.

Die Verunsicherung war den Ahlhornerinnen im folgenden Spiel deutlich anzumerken. Beide Angreiferinnen agierten mit einer hohen Fehlerquote und bauten damit den Gegner auf, der so völlig befreit aufspielen konnte. Auch leichte Schwächen auf Seiten der Kellinghusenerinnen brachten Ahlhorn nicht ins Spiel, sodass der VfL im weiteren Verlauf des Spieles nahezu nach Belieben punkten konnte. Zwar hatte das Team um Angreiferin Celina Minx in der Schlussphase des dritten Satzes noch einmal die Chance, das Blatt zu wenden, doch die sichtlich verkrampften Ahlhornerinnen überließen auch hier dem Gegner den Vortritt. Kellinghusen siegte mehr als deutlich mit 3:0 (11:4; 11:3; 12:10)

Die bitteren Niederlagen des letzten Spieltages hat der SV Moslesfehn bestens verkraftet. Im Spiel gegen die direkten Konkurrenz aus Schülp konnte Moslesfehn seine Stärke beweisen und auf allen Positionen die gewohnten Leistungen abrufen. So hatten es die Gegner schwer, ins Spiel zu kommen. Moslesfehn zeigte eine mannschaftliche Geschlossenheit, die mit einem deutlichen 3:0-Sieg (11:6; 11:1; 11:6) belohnt wurde.

Den ersten Satz im Duell gegen den VfK Berlin musste man nach einem knappen Verlauf mit 8:11 verloren geben, doch anschließend waren die Moslesfehnerinnen nicht mehr zu bremsen. In den drei folgenden Sätzen konnte man an die erbrachte Leistung aus der ersten Begegnung anknüpfen und so einen weiteren, wichtigen 3:1-Sieg (8:11; 11:8; 11:5; 11:7) erringen. Damit arbeitet sich das Team aus dem Oldenburger Land von der Abstiegszone auf Platz fünf der Tabelle vor. „Wir haben heute unseren Kampfgeist wiedergefunden und auf allen Positionen eine gute Leistung gezeigt. So konnten wir unsere Gegner niederkämpfen,“ so Moslesfehns Angreiferin Karen Meyer im Anschluss an die Begegnungen.

Das Spiel zwischen dem Gastgeber aus Schülp und dem VfK Berlin verlief ähnlich deutlich, jedoch war hierbei das Team von Trainer Roland Schubert siegreich. Nach einem knappen ersten Satz konnte Berlin seine Leistung von Satz zu Satz steigern und einen sicheren 3:0-Erfolg (12:10; 11:8; 11:5) erzielen.

Ebenfalls als Sieger des Tages und neuer Tabellenführer kehrt der MTSV Selsingen aus Schneverdingen zurück, der einen 3:1-Erfolg über den TV Jahn Schneverdingen feiern konnte. Nach einem 5:5 im ersten Satz punktete Selsingen gleich fünf Mal in Folge, sodass Schneverdingen den Rückstand trotz zweier Anschlusspunkte nicht aufholen konnte. Dank einer Leistungssteigerung auf Seiten der Schneverdingerinnen und Eigenfehlern der Selsingerinnen war der TV Jahn im zweiten Durchgang mit 11:6 das erfolgreiche Team. In den folgenden Sätzen kam der Deutsche Meister zwar phasenweise wieder an die Gegner aus Selsingen heran, diese ließen sich jedoch nicht von der Siegesspur abbringen und sicherten sich sowohl Satz drei als auch Satz vier mit jeweils 11:8.

Unbeirrt von dieser Niederlage stellte der TV Jahn Schneverdingen, bei dem Cindy Nökel immer noch nicht voll einsatzfähig war, seine Dominanz im Spiel gegen den Güstrower SC wieder unter Beweis. Nachdem die ersten beiden Sätze mit 11:5 und 11:7 schon deutlich an die Gastgeber ging, erteilte man den Mecklenburg-Vorpommerinnen im letzten Satz eine Lehrstunde und ließ dem Gegner keine Chance zu punkten. Nach einem 11:0 im dritten Durchgang sicherte sich Schneverdingen zwei Punkte auf dem Haben-Konto.

Im Spiel gegen den Güstrower SC hatte Selsingen zwar im ersten Satz seine Schwierigkeiten und musste den ersten Satz mit 8:11 verloren geben, jedoch fand man im zweiten Satz wieder zu seinem Spiel, sodass auch die Sätze drei und vier klar von den Niedersächsinnen dominiert wurden. Damit ist Selsingen der dritte Tabellenführer dieser Saison und darf sich, wie auch der TV Jahn Schneverdingen, berechtigte Hoffnungen auf eines der drei DM-Tickets machen.

Bericht: Sandra Wortmann Bild: jueme – Güstrower Trainergespann war etwas ratlos

Bundesliga Süd: Calw leistet sich Schnitzer und verliert Tabellenführung

Vom groben Schnitzer der Calwer Frauen profitierte der Lokalrivale TSV Dennach und übernahm punktgleich die Tabellenführung. Auch der TV Vaihingen/Enz lässt überraschend Punkte liegen, während der TSV Niedernhall sich in der Tabelle nach oben arbeiten konnte. Der ATS Kulmbach bog wieder auf die Erfolgsstraße ein, TV Eibach 03 und die TG Landshut blieben an diesem Spieltag ohne Punkte.

In Eibach überraschte das junge Heimteam den neuen Tabellenführer aus Dennach. Vor allem der Eibacher Angriff spielte variabel und fehlerfrei. Gleich im ersten Satz kam man bei 10:8 zum Satzball, ließ sich aber von Dennach doch noch die Butter vom Brot nehmen. Im zweiten Durchgang hatte sich der TSV dann auf die Angriffe eingestellt und punktete nun selbst fast beliebig. In Satz drei spielte Eibach wieder befreit auf, ließ Dennach kaum ins Spiel kommen und entschied den Anschlusssatz knapp zu seinen Gunsten. Aber im vierten Satz spielte das Team um Sonja Pfrommer wieder seine Erfahrung aus und gewann am Ende das Spiel 3:1 (12:10, 11:3, 9:11, 11:3). Gegen den TSV Karlsdorf hatte Eibachs junge Angreiferin dann keine Puste mehr. Die Angaben wurden harmloser und es unterliefen ihr viele Fehler. Karlsdorf hingegen spielte gewohnt fehlerfrei und punktete immer wieder mit kurz gespielten Bällen. So kamen die Badenerinnen zu einem völlig ungefährdeten 3:0 (11:1, 11:6, 11:8).

Gegen den TSV Karlsdorf spielte der TSV Dennach mit viel mehr Siegeswillen als zuvor. Der erste Satz verlief lange Zeit offen, doch beim 7:7 zog Dennach das Tempo noch einmal an und holte sich die Satzführung. Im Anschlusssatz profitierte Dennach von den vielen ungewohnten Fehlern in der Karlsdorfer Angabe und verwertete zudem auch selbst gute Angriffe zum 2:0. Im dritten Durchgang ließ Dennach zu viele Chancen liegen und wurde dadurch verunsichert. Der TSV Karlsdorf spielte klug und nutzte die Unstimmigkeiten im Spiel der Dennacherinnen aus, sodass man mit einem Satzgewinn den Anschluss halten konnte. Im vierten Satz dann sah der TSV Dennach schon wie der sichere Sieger aus, ehe man wieder zu viele Anläufe im Angriff brauchte und Karlsdorf herankommen ließ. Eine Auszeit brachte Dennach jedoch wieder zurück in die Spur. Sie gewannen den Satz in der Verlängerung und damit das Spiel mit 3:1 (11:7, 11:7, 5:11, 12:10)

Etwas unkonzentriert ging der ATS Kulmbach in sein erstes Heimspiel gegen die TG Landshut. Dies mussten die ATS-Frauen auch gleich mit einem Satzverlust büßen. Doch dann spielten die Damen um Olga Blehm ihre Stärken und Ligaerfahrung aus, sodass sie die folgenden drei Sätze für sich entscheiden konnten (6:11, 13:11, 11:2, 11:5). Landshut profitierte auch gegen den TSV Calw zunächst von der Unkonzentriertheit des Gegners, kam aber nicht zu einem Satzgewinn. Alle drei Sätze gingen an die Frauen in Orange, wobei es im dritten Durchgang beim Stand von 10:0 für den TSV, nach einer Höchststrafe für Landshut aussah. Vier Punkte gewährte Calw seinem Gegner noch, bevor man das Spiel zu seinen Gunsten beendete (11:9, 11:5, 11:4).

Wie ausgewechselt und motiviert bis in die Haarspitzen traten die Kulmbacher Frauen von Bundestrainerin Silke Eber von Anfang an dem bis dahin amtierenden Tabellenführer aus Calw entgegen. Herausragend waren die spektakulären Abwehraktionen von Silvia Jakobi und Olga Blehm, die so ein ums andere Mal die Angriffe von Steffi Dannecker entschärfen konnten. Der ATS-Angriff hebelte die Calwer Abwehr abwechselnd mit kurz gespielten Bällen und Grundlinienschlägen aus und profitierte dabei zusätzlich von einigen Angriffsfehlern der Calwerinnen. So kam Kulmbach zu einem glatten 3:0-Sieg (14:12, 11:9, 11:7) und Calw verlor sein erstes Spiel und gleichzeitig die Tabellenführung.

Es scheint als hätte der TSV Niedernhall sein Formtief überwunden und startet nun die Aufholjagd auf Punkte. Die Mannschaft um Eva Krämer gewann gegen den direkten Konkurrenten TSV Gärtringen und überraschend auch gegen den TV Vaihingen/Enz in fünf Sätzen. Allerdings kam der Aufsteiger aus Gärtringen gegen die Gastgeberinnen zunächst besser ins Spiel. Bei Niedernhall schien es so weiterzugehen wie zuvor. Mit zu vielen Fehlern im Angriff machte man sich selbst das Leben schwer. So musste man Satz eins dem Aufsteiger überlassen, schaffte es aber, sich Ende des zweiten Durchgangs zu stabilisieren und die Fehlerquote in den Griff zu bekommen. Mit 3:1 (6:11, 13:11, 11:3, 11:5) sicherte Niedernhall sich die Punkte.

Im Aufsteigerduell hatte der TV Vaihingen klar die Nase vorn. Auf allen Positionen überlegen konnte man Gärtringen sein Spiel aufzwingen. Auch das taktische Anspielen von TVV-Angreiferin Marie-Theres Warnick zeigte keine Wirkung. Das Spiel ging in drei Sätzen (11:6, 11:4, 11:3) an Vaihingen.

Im dritten Spiel schienen die Vaihingerinnen den ersten Satz gegen den TSV Niedernhall sicher zu gewinnen, bis die Gastgeberinnen bei 9:5 anfingen zu kämpfen und den Satz noch zu ihren Gunsten entscheiden konnten. Davon unbeeindruckt dominierte der TVV die folgenden beiden Sätze. Doch dann drehte der heimische TSV so richtig auf und spielte Vaihingens Hauptangreiferin immer wieder mit kurzen Bällen an. Das TVV-Team schaffte es nicht, ihre Angreiferin im Spiel zu halten und Niedernhall spielte stark. 3:2 ging das Spiel ebenfalls an die Hausherrinnen (15:14, 5:11, 4:11, 11:4, 11:7).

Bericht: Annkatrin Aldinger

Über den Author

Zeige alle Artikel von

Kommentare sind nicht möglich