Streifzug durch die Bundesligen – wer fährt zur DM?
Ein Streifzug durch die ersten Bundesligen zu Beginn des neuen Jahres zeigt, dass die letzten Entscheidungen über DM-Teilnahme und Abstieg noch lange nicht gefallen sind. Lediglich drei Mannschaften – der TSV Pfungstadt bei den Männern im Süden, der VfK Berlin im Norden sowie der TV Jahn Schneverdingen in der Nord-Liga der Frauen – sind noch ohne Punktverlust. Sogar die eigene Teilnahme der DM-Ausrichter – TV Stammheim bei den Männern und TSV Calw bei den Frauen – ist noch nicht in trockenen Tüchern. Auch müssen einige Traditionsvereine noch zulegen, um die Klasse zu halten. Dass insgesamt noch etliche Fragen offen sind, ist gut für die Faustball- Ligen und verspricht Spannung bis zu den letzten Spieltagen.
Bundesliga – Männer Süd
In der Bundesliga Männer-Süd ist der TSV Pfungstadt einsame Spitze und schickt sich an, „Zu-Null“ durch die Saison zu marschieren. 18:0 Punkte bei 45:15 Sätzen ist schon ein stolzes Ergebnis. Wohl keiner zweifelt an der DM-Quali des Deutschen Feldmeisters, ebenso wie an der des amtierenden Deutschen Hallenmeisters TV Vaihingen/Enz. Der dritte DM-Platz ist jedoch noch vakant. Aus Rosenheim und Stammheim kommen die heißen Anwärter, wobei die beiden noch ein ähnliches Restprogramm zu bewältigen haben. Der TV Waibstadt liegt jedoch in Lauerstellung und sollte bei der Spekulation nicht außer Acht gelassen werden. Für Stammheim wäre es schon bitter, sollte man bei der eigenen DM nur zuschauen dürfen.
Prekär sieht es für den noch sieglosen TV Unterhaugstett am Tabellenende der Liga aus. Der Abstieg scheint kaum noch zu vermeiden. Die letzte Chance, die Wende doch noch einzuleiten, scheint das Spiel gegen den ebenfalls gefährdeten Tabellennachbarn FFW Offenburg zu sein.
Bundesliga – Männer Nord
Nur sechs Mannschaften sind in der Nord-BL der Männer vertreten. Das magere Meldeergebnis zeigt drastisch die aktuelle Entwicklung im Norden der Republik. Mit dieser Liga kann derzeit nur wenig Furore gemacht werden, zumal unter den sechs Mannschaften noch ein großes Leistungsgefälle besteht. Einsam an der Spitze steht der VfK Berlin, der mit 12:0 Punkten bei 30:5 Sätzen ungefährdet seine Kreise zieht. Dahinter können sich Ahlhorn, Hammah und Brettorf Hoffnungen auf eine DM-Teilnahme machen. Die DFBL hat im Norden ganz offensichtlich ein Besetzungsproblem, sodass es keinen Absteiger geben wird.
Bundesliga – Frauen Süd
Bei den Frauen im Süden führt der TSV Dennach die Tabelle an, musste jedoch die erste Saisonniederlage gegen die junge Truppe von Bundestrainerin Silke Eber hinnehmen. Dennoch ist die DM-Teilnahme nicht gefährdet. Die DM-Aussichten von ATS Kulmbach sind ebenfalls günstig. Dahinter fällt die Entscheidung über DM-Platz drei nur noch zwischen dem TSV Calw und dem TSV Karlsdorf. Beide Mannschaften treffen am 22. Januar aufeinander.
In punkto Abstieg stehen die Sterne für die Damen aus Obernhausen recht ungünstig. Dagegen wird noch der zweite Absteiger unter Niedernhall und Käfertal gesucht. Kaum vorzustellen ist dabei der Abstieg des TSV Niedernhall, ein Urgestein der BL-Süd, zumal dieser Bianca Mollenhauer in Hinterhand hat.
Bundesliga – Frauen Nord
In der Frauen-BL Nord steht überraschend der TV Jahn Schneverdingen mit einer weißen Weste vorn und kann dabei auch auf einen Sieg gegen den amtierenden Deutschen Meister Ahlhorn verweisen. Die neuerliche DM-Teilnahme scheint greifbar nah zu sein. Lediglich der Ausfall seiner Angreiferin Laura Marofke (Auslandsaufenthalt) hinterlässt noch Fragezeichen. Wie er diese Lücke schließen will, steht bisher nicht fest. Profitieren könnte davon der Ahlhorner SV, der am letzten Spieltag Heimrecht hat. Und das Heimrecht ist wie auf der Homepage des VfK Berlin nachzulesen ist berühmt berüchtigt: „Wir reisten nach Ahlhorn in eine Halle, für die das Wort Heimvorteil wohl erfunden wurde. Denn zwar gibt es in den meisten Hallen eine schmale und eine weite Seite, aber derart wenig Auslauf findet man wirklich nur selten.“ Ahlhorn wird es sich kaum nehmen lassen, seine Titelverteidigung in Calw anzugehen. Wenig vorstellbar ist dabei, dass sich Hamm oder Berlin vor den Titelverteidiger setzen.
Im Abstiegskampf sind die Aussichten auf den Klassenerhalt für Bochum, Schwerin und Leverkusen recht ungünstig. Aller Voraussicht nach sollte Selsingen sich da raushalten können.
Bild: Rouven Schönwandt








