DM-U-16: Nichts für schwache Nerven

Geschrieben von  //  4. April 2011  //  Jugend  //  Kommentare deaktiviert

team_4

Der Nachwuchs des TV Jahn Schneverdingen musste bei der Deutschen Meisterschaft der weiblichen Jugend U-16 in Himmelpforten an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit gehen, stand am Ende jedoch erneut ganz oben auf dem Treppchen, da man Nervenstärke bewies, im Finale beim Stande von 8:10 zwei Matchbälle des Wardenburger TV abwehrte und den Satz zum 12:10 drehte. Eine ganz starke Leistung in einem spannungsgeladenen Endspiel, das die Zuschauer in der vollbesetzten Halle von den Sitzen riss. Der Titelverteidiger wackelte, fiel jedoch nicht. Ohne Medaille blieb die hoch gehandelte Heimmannschaft vom  MTV Hammah, die im Spiel um „Bronze“  gegen den VfL Kellinghusen verlor.

Bei der vom MTV Hammah erstklassig ausgerichteten Meisterschaft gab es nach der ohne große Höhepunkte bewältigten Vorrunde am zweiten Tag hervorragenden Faustball zu sehen. Besonders die Halbfinals und die Spiele um die Medaillen hatten es in sich und blieben nicht ohne die eine oder andere Überraschung.  Gerade diese Spiele verliefen voller Spannung und endeten mit knappen Resultaten. So musste der Lokalmatador Hammah seine Ambitionen auf den Titel im Halbfinale begraben, wogegen der Wardenburger TV mit seiner couragierten Spielweise die Prognose vieler durcheinander brachte. Positiv überraschte auch der VfL Kellinghusen, der als Ostzweiter nicht nur den Ostmeister TSV Breitenberg aus dem Rennen warf, sondern sich anschließend auch noch „Bronze“ sicherte. Zum Teil standen noch recht junge Spielerinnen auf dem Feld, die für die nächsten Meisterschaften einiges erwarten lassen. Dabei landeten die Nordmannschaften bis auf den TK zu Hannover auf den vorderen Plätzen, erst auf dem sechsten Platz steht mit dem TV Öschelbronn eine Südmannschaft.

TV Jahn ohne Schwierigkeiten durch die Vorrunde

Obwohl der TV Jahn in der Vorrunde viel wechselte und seinen gesamten Kader einsetzte, hatte er keine Schwierigkeiten,  als Sieger der Vorrunde direkt in das Halbfinale einzuziehen. Gegen Hannover (11:5, 11:8), Kellinghusen (13:11, 11:7), Segnitz (11:4, 11:8) und Öschelbronn (11:3, 10:12, 11:5) hatte man keine ernsthaften Probleme.  Der abgegebene Satz gegen Öschelbronn zeigte aber auch, dass das Schneverdinger Spiel ohne Theresa Schröder nur die Hälfte wert ist. Sie sollte, da sie nicht ganz fit in die Meisterschaft ging, so gut es ging geschont werden. Dies klappte nicht immer. Hinter dem TV Jahn liefen Öschelbronn und Kellinghusen ein, die in die Qualifikation mussten. Den Gruppensieg in der zweiten Gruppe holte sich der MTV Hammah vor Breitenberg und Wardenburg. In der Qualifikation gab es die erste dicke Überraschung, als Kellinghusen den favorisierten TSV Breitenberg aus dem Rennen warf. Dagegen war das 2:0 des Wardenburger TV über Öschelbronn relativ klar. Die Halbfinalgegner standen damit fest, der TV Jahn traf auf Kellinghusen, Hammah auf Wardenburg. Der TV Jahn holte sich in seinem Spiel den erwarteten Sieg  und zog mit 2:0 (11:8, 11:6) ins Finale ein. Er musste hier zwar schon viel tun, um die Titelverteidigung nicht zu gefährden, hatte das Spiel aber zu jeder Zeit unter Kontrolle.  Im zweiten Halbfinale ging es hoch her. Wardenburg nutzte seine Chancen, spielte engagiert und glich nach 7:11 im ersten Satz mit 11:9 im zweiten aus, um im Entscheidungssatz dann  den Gastgeber Hammah mit 11:8 aus dem Rennen zu werfen.
Damit hatte der TV Jahn  mit Wardenburg einen Gegner, der  nicht erwartet worden war.

Im Finale zwei Matchbälle abgewehrt

Hellauf begeistert waren die Zuschauer von den Leistungen im abschließenden Finale zwischen dem TV Jahn und Wardenburg. Erst mit Bündelung aller Kräfte konnte der Titelverteidiger sich des Ansturms des Wardenburger TV erwehren, der mit hohem Risiko „Alles oder Nichts“ spielte. Wardenburg hatte in einigen Phasen das Quäntchen Glück, das dem TV Jahn nicht immer beiseite stand. So ging der erste Satz mit 11:9 an den Herausforderer, nicht zuletzt auch deshalb weil der TV Jahn immer wieder zur unrechten  Zeit einen Eigenfehler einstreute. Der TV Jahn wurde jedoch nicht nervös, holte sich den zweiten Satz mit 11:8 und war wieder im Geschäft. Spannung pur gab es dann im Entscheidungssatz, der nichts für schwache Nerven war. Wardenburg startete furios, entschärfte auch die besten Angriffe des TV Jahn und  bekam immer wieder eine Faust dazwischen.

Dem TV Jahn schienen die Felle davon zu schwimmen, da man beim Seitenwechsel mit 3:6 im Rückstand war. Obwohl um jeden Ball gerungen wurde, konnte der Rückstand bis zum 5:8 nicht verringert werden. Die Vorentscheidung verhinderten dann  aber Celina Wehrmann, die in einer starke Abwehraktion einen fast „toten“ Ball von der Tribüne kratzte, und Romy Jonas, die auf der Wandseite starke Aktionen hatte. Dennoch schien beim  Stande von 8:10 alles für Wardenburg zu laufen. Der TV Jahn zeigte aber Nervenstärke, setzte den Gegner immer mehr unter Druck und holte sich nicht nur die Punkte zum 10:10  Ausgleich, sondern auch noch die nächsten Punkte zum 12:10-Sieg. Ein dramatisches Ende, das nur möglich war, weil der TV Jahn eine starke Gesamtleistung ablieferte und zum rechten Zeitpunkt noch zulegen konnte. Das Statement von Trainerin Dorothee Schröder fiel ob des neuen Erfolges natürlich  positiv aus:“Das war eine ganz starke Teamleistung meiner Mannschaft. Sie war nervenstark und hat bewiesen, dass sie kämpfen kann.“

Über den Author

Zeige alle Artikel von

Kommentare sind nicht möglich